Der »May-Club München«

((wird ausgebaut und bebildert))

Mays spektakulärer Auftritt im Juli 1897 im Münchner Hotel Trefler begeisterte den 27-jährigen Arzt Dr. Josef Weigl derart, dass er zusammen mit einigen anderen May-Fans den »May-Club München« ins Leben rief.

In seinen ersten Statuten legte der Club fest, dass nur »unbescholtene, den besseren Kreisen angehörige« Männer Aufnahme finden konnten, die »sich zu den auf den Grundsätzen der christlichen Cultur basierenden Anschauungen des Dr. Carl May« bekannten, später definierte sich der Club als »eine freie Vereinigung von Herren und Damen aus dem Kreise der Leser der Werke des Herrn Dr. Carl May«.

Anfangs trafen sich die Mitglieder regelmäßig im Hotel Trefler, Ende Januar 1898 wechselte man zum Restaurant Blaue Taube am Sendlingertorplatz, Mitte 1898 wurde das Restaurant Herzog-Ludwig in der Rothmundstraße zu Club-Lokal gewählt.

Im März 1889 besuchte May erneut München und traf mehrfach mit den Mitgliedern des May-Clubs zusammen (am 24.3. im Hotel Trefler, am 25.3. im Café Luitpold, am 28.3. wohl erneut Café Luitpold). Die Treffen dauerten bis weit nach Mitternacht, Karl May erzählte vorgebliche Geschichten aus seinem Leben, die so ausfielen, wie man es auf dem Höhepunkt der Old-Shatterhand-Legende erwarten kann.

Durch den Besuch Mays intensivierten sich die Club-Aktivitäten. Im Juli 1898 erschien die erste Nummer einer monatlichen »Vereins-Zeitung«, am 28. Februar 1899 informiert Weigel May, dass die Prinzessin Marie Therese von Bayern mit ihrer Familie Mitglied im May-Club werden wolle. Anfang März schreibt Weigl an May, dieser sei nun »polizeilich angemeldeter Ehrenpräsident«, bei den regelmäßigen Treffen herrsche ein »reges Leben« mit Vorträgen, Deklamationen und Liederübungen. Auf einem der Treffen wurde auch ein von Weigl komponierter »Old-Shatterhand-Marsch« aufgeführt.

Die gute Stimmung hielt allerdings nicht lange an, die nun beginnende Pressekampagne gegen May zeigte Wirkung: Ende 1899 löst sich der May-Club München auf.